Saturday, 4. February 2012
Main Menu
Home
* Wassersport
Seemannschaft
Knoten&Taue
Vorschriften
Seezeichen
Sicherheit
Seemannskiste
Formulare
Fitness
* Maritime Geschichte
Geschichte
* Sonstiges
Fotogalerie
Autoren
Partnerlinks
Gästebuch
Sitemap
Suche
* Rechtliches
Impressum
Datenschutz

Die Kriegsjahre PDF Drucken E-Mail

Im Laufe der Jahre nahm in Emden, wie auch sonst im gesamten damaligen Deutschland, die Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu, mit der Folge, dass die Rechtsextreme regen Zulauf erhielten. Das Heer der Arbeitslosen schürte die Atmosphäre eines Radikalismus, der zu weltpolitisch riskanten Abenteuern drängte. Hitler wurde 1933 Reichskanzler, und in Europa gingen die Lichter aus.

Image
Auszug aus der Buchaltung von 1930
 


Die EVAG blieb nicht unberührt davon. Für kurze Zeit begann wieder der Linienverkehr nach Südamerika, wurde jedoch durch die Bremer gestört, da sie das Geschäft über ihren Hafen abwickeln wollten. Wie andere Unternehmen, so versuchte sich die EVAG erfolgreich in der Getreidespedition. 1935 schaffte sich das Unternehmen das Motorschiff "Hanna" an, das auf der Arminius Werft in Bodenwerder gebaut wurde. Mit der "Emma Luise", die im Jahr 1936 bei der Elsflether Werft vom Stapel lief, war die Zeit der Neuanschaffungen zunächst einmal vorbei. Um die eigenen Binnenschiffe zu betreuen, denen ja noch nicht die Telekommunikationsmittel unserer Zeit zur Verfügung standen, entschloss sich die EVAG, eine Geschäftsstelle in Duisburg zu errichten. Dank der breiten Fächerung im Leistungsangebot gestalteten sich die Geschäftsergebnisse entsprechend ertragreich und so war die Zeit gekommen, an die Zukunft zu denken und Beteiligungen bei anderen Gesellschaften zu erwerben, und zwar namentlich der Elevatorgesellschaft mbH, der Ems-Schlepper A. G., der Emder Getreide Lüftungs- und Trocknungs-GmbH, der Emder Lagerhausgesellschaft mbH und der Emder Schiffsausrüstung GmbH.

Image
Motorschiff - Quelle: Arminius Werft, Bodenwerder


Mehr auf Stimmenfang ausgerichtet als auf wirkliche Besserung der Lebensverhältnisse, verfehlte dennoch die Politik des neuen Reichskanzlers nicht ihre Wirkung, weder im übrigen Deutschland noch bei großen Teilen der Emder Bevölkerung. Die Arbeitslosigkeit nahm ab, und es wurde fleißig aufgerüstet. So begann zwischen 1939 und 45 eines der finstersten Kapitel deutscher Geschichte.

Besonderes Leid erfuhr die große jüdische Gemeinde in Emden, die eng mit der Geschichte Emdens verbunden ist. In der Nacht vom 9. November 1938, der Nacht der Pogrome, ließ Goebbels die Synagogen, eine stand in der heutigen Boltentorstraße, in Brand setzen, und die Verfolgung der Juden begann. Die Stadt Emden war nach dem zweiten Weltkrieg fast vollständig in Trümmer gelegt. Am 5. Mai 1945 wurde Frickenstein zum Oberbürgermeister ernannt, und im folgenden Jahr übernahm Susemihl dessen Amt.

Doch zurück zu den Schreckensjahren. Während der Krieg wütete, gab es bei der EVAG viel zu tun - Rüstungstransporte, Rohstoffversorgung, Militärtransporte und vieles mehr. Im November 1939 verkaufte die H.A.L. ihre gesamten Aktien an die Schlesische Dampfer - Compagnie - Berliner - Lloyd A. G., wodurch die EVAG zu einhundert Prozent Tochter dieses Unternehmens wurde. Die Zeiten mit der finanziell sehr starken und renommierten H.A.L. im Hintergrund waren vorbei. Man tröstete sich mit der Tatsache, dass die Schlesische Dampfer Compagnie zu fast achtzig Prozent der H.A.L. gehörte. Die weiterhin gute Zusammenarbeit war gewiss. Sehr hart traf es das Emder Unternehmen, als 1940 das gesamte Aktienpaket zum Hermann-Göring-Konzern wechselte. Den Staat im Rücken und nahezu ausnahmslos auf die Binnenschifffahrt gestellt, gehörte die Zeit der Expansion der Vergangenheit an. Zwar versuchte man wieder in Mutters Schoß, also zur H.A.L., zurückzukehren, jedoch blieben solche Schritte vorerst ohne Erfolg, da die H.A.L. zunächst Kapital zur Wiederherstellung der eigenen Flotte aufbringen musste und deshalb nicht die finanziellen Mittel aufwenden konnte, die EVAG-Aktien zurückzukaufen.

Das Ende des Krieges bedeutete wiederum Unterbeschäftigung. Achtundsiebzig Prozent der Stadt Emden waren zerstört, die Werften verwüstet, und es fehlte ihnen an Aufträgen. Die gesamte heimische Flotte von sechsunddreißig Schiffen mit über 200.000 Tonnen Laderaum war verloren (vgl. Emden 1945 - 61, Dr. Bernhard Schöer, S. 36). In den Jahren 1946 bis 64 galt es vordringlich, die entstandenen Kriegsschäden zu beseitigen. In den folgenden Jahren wurde der alte Binnenhafen ausgebaut, und durch den neuen Binnenhafen entstand ein neuer Hafenbereich. Eine minimale Belebung brachte die Versorgung der hungernden deutschen Bevölkerung durch ausländisches Getreides, von dem ein Teil über Emden angelandet wurde.

 
< zurück   weiter >

 

Gästebuch
Daniel Müller
Thanks for the pic's that you have on this page some of them could I use for my Bachelor Thesis. If you will allowed me that.. 
 

Weiter
Aktuelles

Neue Rubrik "Knoten und Taue ". 

Änderungslog eingefügt